Donald Trump hat „etwas Großes“ gegen den Iran angekündigt – doch was genau dahintersteckt, bleibt nebulös. Sicherheitsexperte Mölling sagt: Für ein Ziel sind Bodentruppen nötig.

Planen die USA einen erneuten Schlag gegen die unterirdischen Nuklearanlagen des Iran? Das Pentagon hat gerade angekündigt, eine neue Charge bunkerbrechende Bomben bestellt zu haben. Solche Bomben hatten die USA bereits im vergangenen Jahr gegen die iranischen Atomanlagen eingesetzt.

Zugleich hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, in der Auseinandersetzung mit dem Iran werde noch „etwas Großes“ geschehen. 

Der Sicherheitsexperte Christian Mölling warnt im stern-Podcast „Die Lage – International“ vor zu vorschnellen Schlussfolgerungen. „Dass die Amerikaner bunkerbrechende Waffen bestellt haben, bedeutet ja auch nicht, dass sie sofort da sind. Es kann einfach heißen, dass sie im Arsenal eine Lücke haben und schon mal nachbestellen“, sagt der Senior Advisor beim Brüsseler Thinktank European Policy Centre. 

Auf diese Situation ist der Iran vorbereitet

Zumal ein Angriff auf die unterirdischen Atomanlagen des Iran alles andere als einfach sei. „Die Iraner haben sich unheimlich lange auf solche Situationen eingestellt“, sagt Mölling. Über das Land verteilt gebe es eine Vielzahl an unterirdischen Anlagen. „Es geht ja nicht darum, dass es hier eine funktionierende Anlage gibt, die zerstört werden muss, sondern darum, das Material zu finden, das beim ersten Angriff gerettet werden konnte.“

Bodentruppen als entscheidender Faktor

Die entscheidende Frage sei, welche Ziele die USA tatsächlich verfolgen. Luftangriffe könnten das Atomprogramm und die Raketenfähigkeit des Iran schwächen. Doch Mölling glaubt: „Wenn sie darüber hinausgehen und Kontrolle über das Land oder das politische System ausüben wollen, dann geht das nicht ohne Bodentruppen.“

Ein Einsatz amerikanischer Soldaten wird derzeit aber als unwahrscheinlich eingeschätzt. „Die USA haben eine hohe Risikoaversion“, so Mölling. „Sie wollen keine eigenen Truppen schicken.“ Dies könnte der Grund sein, warum jetzt amerikanischen Medien zufolge lokale Kräfte wie iranisch-kurdische Oppositionsgruppen aus dem Irak angeblich in den Iran einmarschieren wollen. 

Doch auch hier gibt es nach Ansicht des Experten Risiken: „Die machen das nicht im Namen der Amerikaner, sondern mit eigenen Zielen. Ob sie bis Teheran marschieren würden – oder nur dazu da sind, iranische Verbände zu verwirren, das wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht.“

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