Die USA kündigen eine Ausweitung des Krieges gegen das Mullah-Regime im Iran an. US-Präsident Donald Trump kassierte in einem Interview mit dem US-Magazin „Time“ seine bisherige Aussage, nach der der Krieg vier oder fünf Wochen dauern könne. „Ich habe kein Zeitlimit für irgendetwas“, sagte er. „Ich will es zu Ende bringen.“

Bisher hatte die US-Regierung vier Kriegsziele definiert: die Zerstörung des iranischen Nuklearprogramms, des iranischen Raketenarsenals und der iranischen Flotte. Zudem sollte die Ausrüstung und Unterstützung von Terrorgruppen außerhalb des Irans beendet werden.

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Gegenüber „Time“ nannte Trump nun auch einen Austausch des Regimes im Iran zugunsten einer dem Westen freundlich gesonnenen Regierung als ein Kriegsziel. „Wir müssen in der Lage sein, mit vernünftigen und rationalen Menschen zu verhandeln“, sagte Trump. Schon in mehreren Telefonaten mit weiteren US-Medien, darunter auch die WELT-Partnerpublikation „Politico“, hatte Trump am Donnerstag angekündigt, bei der Auswahl des Nachfolgers für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei mitreden zu wollen.

Ein klares Bekenntnis zum Regimewechsel im Iran gehörte bisher nicht zu dem vom Pentagon formulierten Kriegszielen. US-Kriegsminister Pete Hegseth erklärte am Donnerstag bei einem Besuch des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten, Trump rede angesichts der bereits laufenden Militäroperation bereits „ein gewichtiges Wort“ mit, wer im Iran regiere.

Hegseth: Feuerkraft auf Teheran wird „dramatisch zunehmen“

Er sieht die USA für einen längeren Einsatz gerüstet. Die USA kontrollierten allein den Zeitplan ihrer Aktivitäten gegen den Iran und würden dies „so lange tun, bis die Vereinigten Staaten ihre Ziele erreichen“. „Wir geben das Tempo vor“, sagte er. „Wir legen den Zeitplan fest – angeführt vom Kommandeur vor Ort.“ Noch am Mittwoch hatte Hegseth erklärt, der Iran-Krieg könne bis zu acht Wochen dauern – eine Aussage, die er nun nicht wiederholte.

Die Feuerkraft auf Teheran wird laut Hegseth „dramatisch zunehmen“. Das bedeute den verstärkten Einsatz von Jagdflugzeug-Staffeln, Bombern und defensiven Fähigkeiten. Centcom-Leiter Admiral Brad Cooper sagte, die US-Streitkräfte hätten bislang mehr als 30 Schiffe des Iran versenkt, darunter „ein iranisches Drohnenträgerschiff, etwa so groß wie ein Flugzeugträger aus dem Zweiten Weltkrieg“. „Und während wir hier sprechen, steht es in Flammen“, sagte Cooper am Donnerstag. Centcom veröffentichte auf X ein Video des Treffers.

Kurz nach Kriegsbeginn hatten die USA bereits den Drohnenträger „Shahid Bahman Bagheri“, ein umgebautes Frachtschiff, der Revolutionsgarden versenkt.

Zu den US-Waffenbeständen erklärte Hegseth am Donnerstag, die Munitionslager seien voll – „und unser Wille ist unerschütterlich“. Und weiter: „Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen – und zwar entschlossen.“

Bei einem Termin im Weißen Haus forderte Trump das iranische Volk erneut auf, „bei der Rückeroberung Ihres Landes mitzuhelfen“. Er versprach „Immunität“, ohne darauf einzugehen, was das genau bedeutet. „Andernfalls droht Ihnen mit absoluter Sicherheit der Tod.“ Cooper und Hegseth warnten die Iraner jedoch davor, während des noch andauernden Konflikts auf die Straße zu gehen.

Die Feuerkraft des Irans scheint indes zu schwinden. „Wenn ich auf die letzten 24 Stunden des Einsatzes zurückblicke, sind im Vergleich zum Beginn die Angriffe mit ballistischen Raketen um 90 Prozent zurückgegangen“, sagte Admiral Cooper. Zudem habe es deutlich weniger Drohenangriffe gegeben.

Johnsohn: „Wir befinden uns nicht im Krieg“

Trump stützt die Mission „Epic Fury“ auf die „War Powers Resolution“ aus dem Jahr 1973. Ein Gesetz, das besagt, dass der Präsident Militäreinsätze ohne ‌Zustimmung des Kongresses innerhalb von ⁠60 Tagen ‌beenden oder ​eine ⁠Genehmigung einholen muss.

Am Donnerstag lehnte das US-Repräsentantenhaus eine Resolution, die den Abgeordneten mehr Mitspracherecht eingeräumt hätte, mehrheitlich ab. Doch das Ergebnis im Repräsentantenhaus fiel mit 212 zu 219 Stimmen knapp aus. Die Republikaner unterstützen größtenteils US-Präsident Donald Trump, die meisten Demokraten lehnen den Krieg ab. Am Mittwoch hatte der Senat einen ähnlichen Antrag abgelehnt.

Nach Auffassung des Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, befinden sich die USA nicht im Krieg mit dem Iran. Die USA führten im Iran lediglich einen „begrenzten Einsatz“ aus, der in „Umfang und Dauer eingeschränkt“ sei. Die Mission sei „nahezu erfüllt“, sagte Johnson. „Wir befinden uns nicht im Krieg. Wir haben nicht die Absicht, im Krieg zu sein“, sagte er. Trump selbst hatte die Luftangriffe der USA und Israels bereits als Krieg bezeichnet.

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