Putin: Kiew verübt „Terroranschlag“ auf Gastanker im Mittelmeer
Moskau hat Kiew vorgeworfen, einen Gastanker im Mittelmeer mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. „Das ist ein Terroranschlag“, sagte Präsident Wladimir Putin in einem vom Kreml veröffentlichten Interview mit dem russischen Staatsfernsehen. Laut dem russischen Verkehrsministerium attackierte die Ukraine am Vortag im Mittelmeer den Gastanker „Arctic Metagaz“ in unmittelbarer Nähe Maltas. In Moskau sagte Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa, dass alle 30 Mitglieder der Besatzung gerettet seien.
Die Männer seien in Sicherheit, „zwei von ihnen, die Brandverletzungen erlitten haben, wird medizinische Hilfe zuteil„, sagte Sacharowa. „Da es sich um einen Gastanker handelt, der mit einer Ladung unterwegs war, hat der Angriff auf ihn auch enorme Schäden für die Umwelt zur Folge“, sagte sie. Sie machte allerdings keine Angaben zum Zustand des Schiffs.
Putin wirft EU Mitverantwortung vor
Auf nicht überprüfbaren Fotos und Videos in sozialen Medien, die den Vorfall zeigen sollen, waren Rauch und Feuer auf einem stark beschädigten Schiff zu sehen. Russland spricht neben Terror auch von Piraterie und wirft den Mitgliedstaaten der EU vor, solche Handlungen der Ukraine zu dulden.
Der Tanker kam nach russischen Angaben mit allen gültigen Papieren und gemäß internationaler Regeln aus dem russischen Hafen Murmansk. Putin sagte auch mit Blick auf die Sprengungen an drei der vier Stränge der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 im September 2022, dass es nicht der erste Angriff dieser Art durch die Ukraine sei.
Durch den Angriff auf den Tanker werde die Lage auf dem gespannten Gasmarkt weiter verschärft, sagte Putin dem Staatsfernsehen. Zugleich machte er die EU mitverantwortlich dafür. „Die Europäische Union leistet dem Regime in Kiew unendliche Hilfe mit Waffen und Geld, und das Regime in Kiew schafft der Europäischen Union ein Problem nach dem anderen“, sagte er.
Malta spricht von Schiff in Notsituation
Die Streitkräfte Maltas teilten bei Facebook mit, dass sie über eine Notsituation des Schiffs „Arctic Metagaz“ außerhalb ihres Such- und Rettungsgebiets informiert worden seien. Das Schiff sei geortet, und Koordinierungsmaßnahmen seien gemäß internationalen Verpflichtungen ergriffen worden. Die Überlebenden seien anschließend im libyschen Such- und Rettungsgebiet in einem Rettungsboot gefunden worden.
Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keine Reaktion. Allerdings veröffentlichte Serhij Sternenko, Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, auf X „exklusiv“ Aufnahmen, die nach dem Brand vom russischen Gastanker aus der Luft gemacht wurden.
Zuletzt war es im Schwarzen Meer zu Vorfällen mit Handelsschiffen gekommen. Ukrainische Medien hatten Ende vergangenen Jahres bei Explosionen auf leeren Öltankern dort berichtet, dass Kiew für die Angriffe die Seedrohnen Sea Baby eingesetzt habe.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Die Drohnenangriffe gelten als Teil des Abwehrkampfes der Ukraine.
DPA tis- Wladimir Putin
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