„Ich bedaure den Irrtum“ – Wadephul korrigiert Aussage über Reisewarnung
Außenminister Johann Wadephul hat eine Äußerung im ZDF-„heute-journal“ zum Zeitpunkt einer offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Golfstaaten korrigiert. „Ich bedaure den Irrtum im @heutejournal gestern“, schrieb der CDU-Politiker auf X.
Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat seit dem 28. Februar, ergänzte er. Das deutsche Außenministerium warne seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr.
Wadephul hatte am Montagabend in der Sendung trotz mehrerer Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka darauf beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung gegeben habe.
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Der Dialog im Wortlaut
Marietta Slomka: „Sie sagten gerade: Wir haben davor gewarnt. Aber das Auswärtige Amt hat ja nicht vor diesem Krieg vor Reisen in die Golfstaaten gewarnt, also Dubai, wer da einen Flug gebucht hatte, da gab es keine Reisewarnung auf der Seite des AA.“
Johann Wadephul: „Doch, doch, das gab’s schon. Wir haben natürlich schon seit Januar darauf hingewiesen, und im Übrigen hat ja jeder, der auch bei Ihnen mal reingeschaut hat, mitbekommen, dass bedauerlicherweise diese Kriegsgefahr immer stieg, Flugzeugträger in die Region gefahren sind.“
Slomka: „Aber es gab keine förmliche Reisewarnung, auf dessen Grundlage man …“
Wadephul: „Doch ... “
Slomka: „Ja, am Samstag, als bereits die ersten Raketen flogen.“
Wadephul: „Doch, die gab es, die gab es. Es gab seit Januar Hinweise darauf, dass wir davon abraten, es gab auch eine förmliche Reisewarnung. Aber es hilft ja jetzt nichts, die Menschen sind dort, wir müssen ihnen helfen.“
Slomka: „Aber, für Israel und Teheran, aber nicht für Dubai zum Beispiel.“
Wadephul: „Doch, Frau Slomka, für die Region auch.“
Neben Slomka hatte auch TUI-Chef Sebastian Ebel dem Minister widersprochen. „Da irrt er leider. Jede Reisewarnung wird von uns respektiert oder auch dankend aufgenommen. Die hat es nicht vorher gegeben. Für die Region, für den Iran ja, aber natürlich nicht dort, wo unsere Kunden wären. Sonst wären wir ja gar kein Risiko eingegangen“, sagte er im „Morgenmagazin“.
Einspruch legte auch Thorsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV), ein: „Eine Reisewarnung gibt es seit diesem Samstag.“, sagte er im „Deutschlandfunk“.
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen derzeit Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Nach Angaben des DRV sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies „eine einigermaßen verlässliche Größe“.
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