Tui will Urlauber aus Golfregion zurückholen
- Tui will heute Rückholung von Touristen starten.
- 30.000 Touristen im Nahen Osten gestrandet
- Auch Kreuzfahrtschiffe sitzen in Häfen fest.
- Das Auswärtige Amt hat eine Krisen-Hotline eingerichtet.
- Deutsche sollen sich in Krisenvorsorgeliste "Elefand" eintragen.
Der Reisekonzern Tui will heute mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden beginnen. Wie Vorstandschef Sebastian Ebel im ZDF-Morgenmagazin sagte, sollen die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar-Airways und Etihad nach Deutschland zurückgebracht werden. Die ersten Flüge sollten von Dubai nach München gehen.
Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge allerdings von der Sicherheitslage ab. Tui-Chef Ebel sagte: "Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt." Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. Er gehe von einigen Tagen aus.
Bundesregierung will sich um Kranke und Familien kümmern
Die Bundesregierung bereitet die Rückholung von Kindern, Kranken und Schwangeren aus der Golfregion vor. Außenminister Johann Wadephul erklärte am Montag, dazu würden Krisenunterstützungsteams in die Städte Maskat im Oman, Doha in Katar und ins Emirat Dubai geschickt, wo teils noch Flughäfen offen sind. Außerdem würden Grenzübergänge nach Oman und Saudi-Arabien überprüft. Einen Bundeswehreinsatz zum Ausfliegen aller deutschen Reisenden hatte der Minister zuvor ausgeschlossen.
Am Montagnachmittag hatten die beiden Flughäfen in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten angekündigt, den Flugverkehr noch am selben Tag wieder aufzunehmen. Eine "begrenzte" Zahl von Flügen könne voraussichtlich starten, erklärte der Betreiber. Etihad Airways strebte am Flughafen in Abu Dhabi die Wiederaufnahme des Flugbetriebs ab Dienstag an.
Zehntausende Touristen im Nahen Osten gestrandet
Wegen der Eskalation des Nahost-Konflikts seit dem Wochenende sitzen Zehntausende Menschen aus aller Welt im Nahen Osten fest, die dort Urlaub machen oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Golfstaaten haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.
Laut der Plattform Flightradar24 wurden an großen Flughäfen der Nahost-Region tausende Flüge gestrichen. Wie lange die Einschränkungen andauern, ist laut Reiseverband unklar. Wer nicht wie geplant wieder abreisen könne, werde von Veranstaltern betreut und bei Bedarf sicher untergebracht.
Auch Kreuzfahrer sitzen in Häfen fest
Zudem dürfen Kreuzfahrtschiffe die Häfen in Dubai, Doha und Abu Dhabi derzeit nicht verlassen. Darunter sind auch zwei Schiffe von Tui-Cruises mit rund 5.000 Urlaubern und mehr als 2.000 Besatzungsmitgliedern.
Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise
Noch am Sonnabend hatte das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen. Gewarnt wird konkret vor Reisen in die folgenden Staaten: Israel/Palästinensische Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Jemen.
Krisentelefonnummer eingerichtet
Das Auswärtige Amt hat zudem eine Krisentelefonnummer eingerichtet. Diese ist unter +49 30 5000 87777 täglich von 8 bis 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichbar.
Krisenvorsorgeliste für Deutsche
Die deutsche Botschaft in Tel Aviv forderte alle Deutschen in Israel auf, die Anweisungen der Sicherheitsbehörden zu beachten. "Bleiben Sie vor allem nah an geeigneten Schutzräumen", schrieb Botschafter Steffen Seibert auf X. Deutsche im Iran, in Israel und der Region wurden vom Außenministerium aufgerufen, sich auf der Krisenvorsorgeliste "Elefand" zu registrieren.
Auf der Liste kann man Kontaktdaten angeben, um Informationen und Unterstützung zu erhalten. Eintragen können sich dauerhaft im Ausland lebende Deutsche, jedoch auch Urlauber oder Geschäftsreisende. Eine Meldepflicht für Bundesbürger im Ausland gibt es nicht.
dpa/Reuters, MDR (isc, kos, ksc, ans)
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