Deutsche Urlauber gestrandet – Wadephul schließt militärische Evakuierung aus
- Auch Kreuzfahrtschiffe sitzen in Häfen fest.
- Wadephul schließt militärische Evakuierungen aus
- Das Auswärtige Amt hat eine Krisen-Hotline eingerichtet.
- Deutsche sollen sich in Krisenvorsorgeliste "Elefand" eintragen.
Durch den militärischen Konflikt im Nahen Osten sitzen zehntausende deutsche Touristen in der Golfregion fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands sind 30.000 Reisende deutscher Veranstalter aktuell von den Luftraumsperrungen betroffen. Sie halten sich demnach entweder in der Region auf oder haben Flüge über dortige Drehkreuze gebucht.
Laut der Plattform Flightradar24 wurden an großen Flughäfen der Nahost-Region tausende Flüge gestrichen. Wie lange die Einschränkungen andauern, ist laut Reiseverband unklar. Wer nicht wie geplant wieder abreisen könne, werde von Veranstaltern betreut und bei Bedarf sicher untergebracht.
Auch Kreuzfahrer sitzen in Häfen fest
Zudem dürfen Kreuzfahrtschiffe die Häfen in Dubai, Doha und Abu Dhabi derzeit nicht verlassen. Darunter sind auch zwei Schiffe von Tui-Cruises mit rund 5.000 Urlaubern und mehr als 2.000 Besatzungsmitgliedern.
Wadephul schließt militärische Evakuierung aus
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat unterdessen ausgeschlossen, deutsche Reisende etwa von der Bundeswehr ausfliegen zu lassen. "Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen", sagte Wadephul der "Bild"-Zeitung. Wann eine Ausreise wieder möglich sein werde, sei derzeit nicht absehbar.
Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise
Noch am Sonnabend hatte das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen. Gewarnt wird konkret vor Reisen in die folgenden Staaten: Israel/Palästinensische Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Jemen.
Krisentelefonnummer eingerichtet
Das Auswärtige Amt hat zudem eine Krisentelefonnummer eingerichtet. Diese ist unter +49 30 5000 87777 täglich von 8 bis 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichbar.
Krisenvorsorgeliste für Deutsche
Die deutsche Botschaft in Tel Aviv forderte alle Deutschen in Israel auf, die Anweisungen der Sicherheitsbehörden zu beachten. "Bleiben Sie vor allem nah an geeigneten Schutzräumen", schrieb Botschafter Steffen Seibert auf X. Deutsche im Iran, in Israel und der Region wurden vom Außenministerium aufgerufen, sich auf der Krisenvorsorgeliste "Elefand" zu registrieren.
Auf der Liste kann man Kontaktdaten angeben, um Informationen und Unterstützung zu erhalten. Eintragen können sich dauerhaft im Ausland lebende Deutsche, jedoch auch Urlauber oder Geschäftsreisende. Eine Meldepflicht für Bundesbürger im Ausland gibt es nicht.
Exil-Iraner demonstrieren in Deutschland
In mehreren deutschen Städten sind unterdessen Exil-Iraner auf die Straße gegangen, um für ein schnelles Ende des islamischen Regimes in ihrer Heimat zu demonstrieren. In Berlin versammelten sich am Brandenburger Tor rund 1.800 Leute. In Düsseldorf gingen 5.000 Menschen auf die Straße.
Viele von ihnen trugen Plakate mit Bildern von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der sich als Übergangsführer des Irans ins Spiel gebracht hat. Auch in Leipzig gab es eine Kundgebung. Auf dem Augustusplatz kamen mehrere hundert Menschen zusammen. Schon am Sonnabend gab es Demonstrationen, etwa in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt/Main.
dpa, Reuters (isc, kos, ksc)
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