Der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Manuel Hagel, hat seinen Kontrahenten Cem Özdemir in der Debatte um die Wirtschaftspolitik direkt angegriffen. Es sei einfach falsch, was Özdemir ausgeführt habe, sagte Hagel in der SWR-Sendung „Die Wahlarena“. Die beiden Konkurrenten um das Ministerpräsidentenamt diskutierten dabei über sogenannte Sonderwirtschaftszonen - ein Punkt aus dem CDU-Wahlprogramm. In diesen Zonen sollen Unternehmen von unnötigen Normen befreit werden.

Özdemir kritisierte das CDU-Konzept. „Warum soll es eine Sonderwirtschaftszone in einigen Regionen geben, wo es weniger Bürokratie gibt, in anderen nicht?“, fragte er in der Sendung. Stattdessen müssten überall Bürokratielasten reduziert werden.

„Fachlich falsch“, sagt Hagel

Es sei „fachlich falsch“, was Özdemir wirtschaftspolitisch ausgeführt habe, entgegnete Hagel kurz darauf. „Dafür gibt es vielleicht Applaus auf dem Grünen-Parteitag, aber diese grüne Wirtschaftspolitik funktioniert nicht.“ Er verwies auf das Regelungsbefreiungsgesetz der grün-schwarzen Regierung, um zu belegen, dass Bürokratieabbau funktioniere. „In über 100 Tagen 100 Maßnahmen, die abgeschafft werden können.“

Auch FDP-Kandidat Hans-Ulrich Rülke sprang Hagel bei - keiner habe gesagt, dass Bürokratieabbau nur in Sonderwirtschaftszone stattfinde. Hagel sagte zu Özdemir, er könne das später nochmal erklären.

Zuvor hatte Özdemir bereits den AfD-Konkurrenten Markus Frohnmaier attackiert. „Das ist ein Wolf im Schafspelz“, sagte Özdemir. „Der hat so viel Kreide gegessen, dass es bald keine Kreide mehr gibt in Baden-Württemberg.“

Er lasse sich in der Debatte von dem AfD-Politiker auch nicht das Wort abschneiden. „Bei Herrn Putin kann man mir das Wort abschneiden, hier Gott sei Dank nicht. Wir sind hier in der Freiheit“, sagte Özdemir in Anspielung an die oft kritisierte Russlandnähe der AfD.

Frohnmaier selbst gab sich in der „Wahlarena“ angriffslustig: „Alle Punkte, die wir heute diskutieren, haben die Kollegen verursacht“, sagte er in Richtung der politischen Konkurrenz. „Und ich glaube, da muss man auch mal was anderes wählen und unterstützen - dann wird es besser.“ Er bezog sich dabei etwa auf bürokratische Berichtspflichten und hohe Energiekosten aufgrund des Ausstiegs aus Kohle und Kernkraft.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) tritt bei der Landtagswahl am 8. März nicht mehr an. Für die Grünen geht Cem Özdemir ins Rennen, für die CDU Manuel Hagel, für die AfD Markus Frohnmaier. Hans-Ulrich Rülke ist der Spitzenkandidat der FDP, Mersedeh Ghazaei die Spitzenkandidatin der Linken. Für die SPD geht Andreas Stoch ins Rennen.

In der Sendung „Die Wahlarena“ stellten sich am Abend alle Spitzenkandidaten zur Landtagswahl den Fragen des Publikums.

Die CDU lag in Umfragen zuletzt mit Abstand vorn. In einer am Donnerstag von Infratest dimap im Auftrag der ARD veröffentlichten Umfrage verringerten die Grünen aber den Abstand auf die CDU bis auf einen Prozentpunkt. Die AfD liegt auf dem dritten Platz.

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