Rodrigo Duterte führte einen erbarmungslosen Krieg gegen Drogenkriminalität. Wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist er nun angeklagt.

Knapp ein Jahr nach seiner Festnahme hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag das Vorverfahren gegen Duterte eröffnet. Die Ankläger werfen ihm vor, im Rahmen seines staatlichen „Kriegs gegen die Drogen“ zwischen 2011 und 2019 Morde und Mordversuche in 78 Fällen begangen oder angeordnet zu haben – auch gegen Kinder. Duterte blieb der Anhörung ohne Angabe von Gründen fern, was gemäß Gerichtszulassung erlaubt ist.

In dem Vorverfahren prüfen die Richter nun, ob die Beweise für die Eröffnung eines Hauptverfahrens ausreichen. Eine Entscheidung wird im Mai erwartet. Vor dem Gerichtsgebäude protestierten sowohl Anhänger als auch Gegner des früheren Präsidenten.

Duterte setzte Kopfgelder auf Drogenkonsumenten aus

„Es ist eine Erinnerung für alle Mächtigen, dass sie nicht über dem Recht stehen“, sagte der stellvertretende Chefankläger Mame Mandiaye Niang beim Auftakt des Prozesses. Der Fall sei ein wichtiges Signal an die Bevölkerung der Philippinen und an das internationale Rechtssystem.

Laut Anklage soll Duterte bereits als Bürgermeister der Stadt Davao und später als Präsident nicht nur selbst Menschen getötet, sondern Morde auch angeordnet, geplant, finanziert und öffentlich gerechtfertigt haben. Zudem habe er Kopfgelder auf mutmaßliche Drogenhändler und -konsumenten ausgesetzt.

Duterte war im März 2025 auf Grundlage eines Haftbefehls des Strafgerichtshofs in Manila festgenommen und anschließend in die Niederlande überstellt worden. Er weist die Vorwürfe entschieden zurück. Während seiner Amtszeit von 2016 bis 2022 kostete sein unerbittlicher Kampf gegen Drogen nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Menschen das Leben. Viele Verdächtige wurden offenbar ohne Gerichtsverfahren hingerichtet.

DPA ypr
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