• Fahrgast Pro Bahn kritisiert unzuverlässige Umleitungsstrecken bei Sanierungen des Gleisnetzes.
  • Sobald auf voll ausgelasteten Umleitungsstrecken etwas passiere, ginge nichts mehr, erklärt Vize-Chef Lukas Iffländer.
  • Die Deutsche Bahn kann die Strecke Hamburg-Berlin anders als geplant nicht rechtzeitig fertigstellen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert mehr und stabilere Umleitungsstrecken bei der Bahn. Vize-Chef Lukas Iffländer sagte MDR AKTUELL, die Alternativen seien nicht ausreichend, wenn beispielsweise größere Baumaßnahmen parallel liefen. Es brauche mehr Reserven. Das bringe etwas für den täglichen Betrieb und auch bei Störungen.

Alternativen gibt es, aber im Moment sehen wir eben, dass diese Alternativen nur dafür ausgelegt sind, wenn der Rest des Netzes eben funktioniert.

Lukas IffländerVize-Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn

"Theoretisch gibt es eigentlich für jede Strecke eine halbwegs akzeptable Umleitungsstrecke. Dummerweise befinden wir uns gerade ja in der Zeit dieser Generalsanierungen", sagte Iffländer. Alternative Strecken seien voll ausgelastet und nur eingleisig befahrbar. Vergangene Woche sei etwa auf der Umleitungsstrecke der Korridorsanierung zwischen Stendal und Uelzen ein ICE liegengeblieben. Auf einmal sei gar nichts mehr gegangen.

Einschränkungen und Ausfälle auf unbestimmte Zeit

Wegen eines Brandes auf einem Güterzug ist die Bahnstrecke zwischen Magdeburg und Braunschweig derzeit gesperrt. Dadurch kommt es auf unbestimmte Zeit zu Einschränkungen und Ausfällen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Es fahre die Regionalbahn zwischen Magdeburg und Braunschweig, jedoch könne es zu Verspätungen kommen. Die Verbindung nach Norddeich Mole werde umgeleitet. Züge nach Dresden fielen derzeit aus. "Wir können momentan nicht abschätzen, wie lang das so ist", sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der Bahn ist die Oberleitung auf den Zug gefallen. Sobald die Polizei ihre Arbeiten abgeschlossen hat, werde sie vom Zug entfernt. Im Anschluss soll der Zug in den Magdeburger Stadtteil Rothensee überführt werden. Dann könne am Brandort mit den Reparaturarbeiten begonnen werden, so der Bahnsprecher.

Unmut über Bauverzögerung an Strecke Hamburg-Berlin

Für Empörung sorgt auch die Verzögerung der Bahn-Sanierung an der Strecke Hamburg-Berlin. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) forderte die Bahn auf, "so schnell wie möglich" ein belastbares Konzept vorzulegen, "damit die wichtige Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder in Betrieb gehen kann".

Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (parteilos) sprach von einem "herben Rückschlag für die Menschen in unserer Region, gerade wenn ich an die Pendler denke". Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) sagte, dass er und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erst vor wenigen Tagen Bahnchefin Evelyn Palla getroffen hätten. "Die Ministerpräsidentin hat ausdrücklich gefragt, ob es bei der Eröffnung bleibt. Da gab es kein Wort von der Bahn zur Verzögerung", sagte Blank.

Winterwetter verzögert der Deutschen Bahn zufolge die Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin. Aus der Politik ist Unverständnis zu hören. Bildrechte: picture alliance/dpa/Jens Büttner

Bahn: Verzögerung von "wenigen Wochen"

Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von "wenigen Wochen, nicht von Monaten".

MDR/AFP/dpa (lik)

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