Zu Beginn der zweiten Gesprächsrunde über das iranische Atomprogramm soll Teheran mehrere Raketen in Richtung der Straße von Hormus abgefeuert haben. Das berichtet die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim, die der paramilitärischen Revolutionsgarde nahesteht. Demnach hätten Raketen, die innerhalb des Landes und entlang der Küste abgefeuert worden seien, ihre Ziele in der Straße von Hormus getroffen. Teheran hatte zuvor ein Marinemanöver in der für den weltweiten ‌Ölhandel wichtigen Meerenge angekündigt.

Das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, drohte den USA am Dienstag mit mehreren Botschaften auf dem Kurznachrichtendienst X. „Der US-Präsident beteuert immer wieder, dass die USA die stärkste Militärmacht der Welt besitzen. Doch selbst die stärkste Militärmacht der Welt kann mitunter so schwer getroffen werden, dass sie sich nicht mehr erholen kann“, hieß es. „Die Amerikaner behaupten ständig, sie hätten ein Kriegsschiff in Richtung Iran geschickt. Natürlich ist ein Kriegsschiff ein gefährliches militärisches Gerät. Doch noch gefährlicher als dieses Kriegsschiff ist die Waffe, die es versenken kann.“

Die USA starteten mit einer Drohung in die Gespräche. Die Regierung gab bekannt, das amerikanische Militär bereite sich auf die Möglichkeit wochenlanger Einsätze gegen den Iran vor, sollte US-Präsident Donald Trump einen Angriff anordnen. Zudem haben die USA einen großen Marineverband in der Region zusammengezogen.

Die indirekten Verhandlungen zwischen den Ländern finden in Genf unter Vermittlung des Oman statt. Im Zentrum steht der Versuch, den jahrelangen Streit über das iranische Atomprogramm beizulegen und eine weitere Eskalation im Nahen und Mittleren Osten zu verhindern. ⁠Auf US-Seite nehmen die Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner an den Gesprächen teil. Die iranische Delegation wird von Außenminister Abbas Araghtschi geleitet.

US-Präsident Trump erklärte, er sei indirekt in die Verhandlungen eingebunden. Er zeigte sich überzeugt, dass das Regime in Teheran an einer Einigung interessiert sei. „Ich glaube nicht, dass sie die Konsequenzen wollen, wenn es keinen Deal gibt“, sagte Trump am Montag an Bord der „Air Force One“.

Man hätte eine Einigung erzielen können, anstatt B-2-Bomber zu schicken, um das nukleare Potenzial des Iran auszuschalten, sagte ⁠der US-Präsident. „Aber wir ​mussten die B-2s schicken.“ Damit bezog sich ‌Trump auf Luftangriffe im Juni des vergangenen Jahres. Damals hatten die USA gemeinsam mit ihrem Verbündeten Israel iranische Atomanlagen bombardiert. Teheran hat nach eigenen Angaben seither die Uran-Anreicherung eingestellt.

Iran behindert internationale Kontrollen seiner Atomanlagen

Auslöser des Konflikts sind Befürchtungen westlicher Staaten, der Iran entwickle unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung der Atomkraft Atombomben. Das Mullah-Regime bestreitet dies, hat in der Vergangenheit jedoch internationale Kontrollen seiner Atomanlagen behindert oder abgelehnt.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt der Umfang ​der Verhandlungen. Washington dringt darauf, auch das iranische Raketenprogramm einzubeziehen. Teheran lehnt dies ab und will lediglich über Einschränkungen seines Atomprogramms im Gegenzug für ‌eine ​Lockerung von Sanktionen verhandeln. US-Außenminister Marco Rubio hatte am Montag in Budapest erklärt, eine Einigung sei schwierig, die ‌USA ‌seien aber bereit, es zu versuchen.

Der Iran steht innenpolitisch unter Druck. Seit Dezember sah sich die Führung in Teheran mit Protesten konfrontiert, die blutig niedergeschlagen wurden. Die Wirtschaft leidet unter den internationalen ​Sanktionen, die ‌die Öleinnahmen des Landes massiv beschneiden. Das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, warf Trump vor, er versuche, die Islamische Republik zu stürzen. Chamenei betonte, das iranische Militär würde einen möglichen US-Angriff erwidern.

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