Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat den Musiker Gil Ofarim scharf kritisiert. „Ich verstehe nicht, was in diesen Mann gefahren ist“, sagte Klein dem „Spiegel“. Ofarim hatte im RTL-„Dschungelcamp“ mit Äußerungen über seinen abgeschlossenen Verleumdungsprozess irritiert.

Im Oktober 2021 hatte Ofarim ein Video gepostet, in dem er einen Angestellten eines Leipziger Hotels beschuldigte, ihn antisemitisch beleidigt zu haben. Später kam heraus, dass Ofarim gelogen hatte. Der Verleumdungsprozess gegen ihn vor dem Landgericht Leipzig endete im November 2023 mit einer Einstellung gegen Geldauflage. Ofarim entschuldigte sich bei dem Angestellten. Im „Dschungelcamp“ nährte Ofarim jüngst Zweifel an den Ermittlungen.

Klein sagte dem „Spiegel“ Ofarim hätte mit anderen Themen in die Öffentlichkeit gehen können. „Meinetwegen auch mit seinen Erfahrungen im ‚Dschungelcamp‘.“ Mit dem Geraune über das Verfahren aber belaste er die jüdische Community erneut. „Die erfundene Diskriminierung und die daraus folgende Debatte hat wirklich allen geschadet und dem Kampf gegen Antisemitismus einen Bärendienst erwiesen, da die Glaubwürdigkeit echter Opfer antisemitischer Übergriffe geschwächt wurde“, so Klein.

Zuvor hatte Gil Ofarim der Deutschen Presse-Agentur erklärt, er ärgere sich rückblickend, im RTL-„Dschungelcamp“ Andeutungen über angebliche Ungereimtheiten in seinem Gerichtsverfahren gemacht zu haben.

„Ich habe mich im Nachhinein darüber geärgert. Ich habe mich geärgert, dass ich überhaupt etwas zu Inhalten aus dem Prozess gesagt habe“, sagte er. Es habe sich dabei allerdings auch nicht um „Interna“ gehandelt – das sei alles schon einmal thematisiert worden. „Ich wollte also auch nichts relativieren“, sagte der 43-Jährige. Sein Plan sei aber eigentlich auch gewesen, einfach gar nichts zu dem Prozess zu sagen.

Ofarim war am Sonntag im RTL-Format „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zum „Dschungelkönig“ gewählt worden. Während der Show nahm sein Umgang mit den Ereignissen aus dem Jahr 2021 und einem späteren Prozess viel Raum ein.

Der Musiker legte in einer Sequenz nahe, dass mit den Kameraaufnahmen aus dem Hotel, die einer der Gründe für die Entlastung des Hotelmitarbeiters vor Gericht waren, womöglich etwas nicht gestimmt habe. Der damals fälschlich beschuldigte Hotelmitarbeiter zeigte sich in einem Interview mit der „Zeit“ daraufhin fassungslos. „Er inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin, und das ist schwer für mich“, sagte er.

Der Antisemitismus-Beauftragte Felix Klein sagte, er finde es „großartig“, dass sich der betroffene Hotelangestellte nicht instrumentalisieren lasse. „Nach allem, was er erlebt hat und wie er traumatisiert wurde, habe ich wirklich großen Respekt vor seinem Umgang damit.“

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