Mitgliederzahlen von AfD und Linke steigen in Sachsen-Anhalt rapide an – BSW plus 800 Prozent
In Sachsen-Anhalt haben mehrere Parteien eigenen Angaben zufolge bei der Mitgliederentwicklung zugelegt. Linke, AfD, Grüne und BSW sind zum Teil deutlich gewachsen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Die Koalitionsparteien CDU, SPD und FDP verzeichneten hingegen sinkende Mitgliederzahlen.
Die Linke erfasste im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs von 1520, insgesamt gehören der Partei nun 4106 Menschen in Sachsen-Anhalt an. Das entspricht einem Anstieg von knapp 59 Prozent. Man habe dadurch an öffentlicher Wahrnehmbarkeit gewonnen, sagte ein Sprecher der Partei.
Die AfD hat rund 1000 Neumitglieder verzeichnet, sie steht den Angaben zufolge bei „annähernd 3500 Mitgliedern“. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent.
Das BSW verfügt aktuell über rund 550 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es etwa 60 Mitglieder gewesen – ein Anstieg von mehr als 800 Prozent (816 Prozent). „Man spürt bei vielen Neueintritten den Wunsch nach einem echten Neuanfang“, sagte BSW-Co-Landeschef Thomas Schulze.
Auch bei den Grünen gibt es einen Anstieg um rund 250 Mitglieder mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind demnach nun 1690 Menschen in der Partei. „Viele Eintritte gab es rund um den Bundestagswahlkampf. Hauptmotiv ist bis heute die Sorge um die demokratische Kultur und der Wunsch, der AfD aktiv etwas entgegenzusetzen“, sagte ein Sprecher der Grünen.
Die CDU ist weiterhin die größte Partei im Land, sie steht bei 5532 Mitgliedern – das sind 370 weniger als vor einem Jahr. Interessierte würden häufig über konkrete Themen gewonnen, insbesondere dort, wo Menschen sich kommunal engagierten, sagte der Landesmitgliederbeauftragte Michel Kleinhans. Man binde Neumitglieder früh ein und ermögliche ihnen „schnell den Kontakt zu Mandats- und Entscheidungsträgern“.
Auch die Liberalen haben leicht verloren, sie stehen bei 1040 Mitgliedern (34 weniger). Ähnlich ist es bei den Sozialdemokraten, die auf 3012 Mitglieder kommen (minus 81). „In den beiden Großstädten Magdeburg und Halle sind im Vergleich mehr Eintritte als in den anderen Regionen. In den Landkreisen sind die Eintritte und Austritte sehr unterschiedlich“, sagte ein SPD-Sprecher.
In Sachsen-Anhalt regiert eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Die Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gilt von fünf Landtagswahlen in diesem Jahr als diejenige, bei der die CDU am meisten zu verlieren hat – weil nicht nur der Verlust eines Ministerpräsidentenamtes möglich ist, sondern die AfD erstmals in einem Bundesland an die Macht kommen könnte.
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