„Das ist ja Strategie“ – Dunja Hayali kommentiert Zensur-Debatte
In einem Beitrag bei Instagram hat sich ZDF-Moderatorin in der Diskussion um Meinungsfreiheit, Zensur und das Online-Portal „Nius“ zu Wort gemeldet. Die 51-Jährige filmt sich für den Clip auf dem Fußboden liegend. Um ihren Kopf herum hat sich ihre Hündin Wilma drapiert. In dieser Pose formuliert Hayali ihre Kritik: „Leute, wundert sich jetzt irgendwer darüber, dass dieses ‚Nius‘-Videoportal Dinge aus dem Zusammenhang reißt, verdreht, verfälscht, vertauscht und zwar genauso, wie es ihnen in den Kram passt? Das ist ja Strategie. Immer so, wie sie es gerade brauchen“, erklärt die Moderatorin ihren über 500.000 Followern.
All das sei „nicht neu, erinnern Sie sich noch an Charlie Kirk und die Videos von damals“, gibt Hayali dann noch zu bedenken. „Jedenfalls, was ich viel spannender finde“, so führte die Journalistin dann weiter aus, „dass es jetzt PolitikerInnen gibt, die sich nicht mehr bei der Primärquelle informieren, sondern bei diesem Schrott und das dann für bare Münze nehmen, weil das natürlich auch in deren Konzept passt.“
Anschließend appelliert Hayali an ihre Zuhörer und Zuschauer, bei diesem Erregungsspiel nicht mehr mitzumachen und so den Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie plädiert stattdessen dafür, sich anderen Themen zu widmen. „Also, es ist alles genauso gewollt und wir, was machen wir? Wir diskutieren jetzt die ganze Zeit schon wieder darüber. Dabei ist das alles deren Plan“, so ihre Ermahnung an die Zuhörer.
Zum Schluss ihres Beitrags, der die Überschrift „Irgendwas bleibt immer hängen“ trägt, krault Hayali ihre Hündin und nimmt dabei einen Begriff der „Querdenker“-Bewegung auf die Schippe: „Schlaf du schön weiter, du Schlafschaf.“ Mit dem Schlagwort „Schlafschaf“ werten Verschwörungsideologen unpolitische und uninformierte Zeitgenossen gerne als „unwissende Schlafende“ ab.
In den Kommentaren zu dem Beitrag gibt es viel Lob für die Moderatorin und ihr Video: „Bravo. Mutig, Vorbildlich. Zur Nachahmung allerbestens zu empfehlen. Chapeau Frau Hayali!“, schreibt etwa ein Leser. Mehr als 31.000 Nutzer schenkten dem am Freitag publizierten Beitrag zudem ein Herzchen.
Justizministerin Hubig erinnert Medien an ihre Verantwortung
Unterdessen hat sich auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig in die Debatte um die „Nius“-Kritik von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) eingeschaltet. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ betonte die SPD-Politikerin, dass auch „Journalismus mit einer klaren Schlagseite“ von der Presse- und der Meinungsfreiheit geschützt sei.
Der Schutz des Grundgesetzes reiche hier aus guten Gründen sehr weit, so die Ministerin. „Gleichzeitig möchte ich auch klar sagen: Es gibt beunruhigende Entwicklungen. Auch die ‚vierte Gewalt‘, Journalistinnen und Journalisten, hat eine Verantwortung für unsere Demokratie. Und auch Meinungsjournalismus muss faktenbasiert sein. Und das gilt selbstverständlich nicht nur für ein bestimmtes Portal.“
Daniel Günther war nach kritischen Äußerungen über das Portal „Nius“ von Ex-Bild-Chef Julian Reichelt vorgeworfen worden, er wolle die Meinungsfreiheit einschränken. ZDF-Talker Markus Lanz hatte Günthers Aussagen, die dieser am 7. Januar in seiner Sendung geäußert hatte, zuletzt selbst noch einmal thematisiert. Der ZDF-Moderator diskutierte das Thema unter anderem mit AfD-Politikerin Beatrix von Storch und Martin Huber von der CSU. Lanz stellte dabei klar, dass Günther aus seiner Sicht keine Zensur gefordert habe.
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