J. D. Vance kommt wohl nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz
Sein Besuch war mit Spannung erwartet worden: US-Vizepräsident J. D. Vance nimmt in diesem Jahr Medienberichten zufolge nicht an der Münchner Sicherheitskonferenz teil. Das berichten der "Spiegel" und das Portal "The Pioneer" übereinstimmend. "The Pioneer" hatte am Donnerstag zuerst berichtet.
Dem "Spiegel" zufolge soll für die US-Delegation stattdessen Außenminister Marco Rubio nach München reisen. Die Organisatoren wollten die Berichte bisher nicht weiter kommentieren. "Zum jetzigen frühen Zeitpunkt geben wir wie üblich keine Auskunft über einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer", teilte ein Sprecher mit. "Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf eine hochrangige amerikanische Delegation bei der Münchner Sicherheitskonferenz."
Die Münchner Sicherheitskonferenz gehört zu den wichtigsten Sicherheitstreffen der Welt. Sie findet in diesem Jahr vom 13. bis 15. Februar statt, wie üblich im Hotel "Bayerischer Hof". Staats- und Regierungschefs aus aller Welt geben sich dort die Klinke in die Hand.
J. D. Vance fiel 2025 mit Kulturkampf auf
Die Rede des US-Vizepräsidenten sollte im vergangenen Jahr ein Highlight der Sicherheitskonferenz sein. Stattdessen griff Vance die europäischen Verbündeten scharf an – und attackierte insbesondere auch Deutschland.
"In Großbritannien und in ganz Europa ist die Meinungsfreiheit, so fürchte ich, auf dem Rückzug", so Vance in seiner Rede. Auch, dass die Organisatoren Mitglieder von AfD und BSW ausgeschlossen hatten, kritisierte er: "Wir müssen nicht mit allem und jedem einverstanden sein, was die Leute sagen. Aber wenn Menschen eine wichtige Wählerschaft repräsentieren, wenn politische Führer eine wichtige Wählerschaft repräsentieren, ist es unsere Pflicht, zumindest am Dialog mit ihnen teilzunehmen".
Deutschland warnte er gar vor einer Gefährdung der Demokratie und sagte über die Abgrenzung der AfD: "Es gibt keinen Platz für Brandmauern." Weitere Auszüge aus der Rede lesen Sie hier.
Gegen diese harrschen Aussagen gewehrt hatte sich im vergangenen Jahr unter anderem Verteidigungsminister Boris Pistorius. Er wich in seiner Rede vom Skript ab und konterte: "Diese Demokratie wurde vom US-Vizepräsidenten für ganz Europa vorhin infrage gestellt", so Pistorius. "Wenn ich ihn richtig verstanden habe, vergleicht er Zustände in Teilen Europas mit denen in autoritären Regimen." Das sei "nicht akzeptabel und das ist nicht das Europa und nicht die Demokratie, in der ich lebe und der ich gerade Wahlkampf mache."
In diesem Jahr hat sich Konferenzleiter Wolfgang Ischinger dafür entschieden, Fachpolitiker der AfD wieder einzuladen. Welche Staats- und Regierungschefs zugesagt haben, hat die MSC mit einer Ausnahme noch nicht bekanntgegeben: Friedrich Merz wird sicher teilnehmen, es ist seine erste MSC als Kanzler. Viele Staats- und Regierungschefs entscheiden üblicherweise eher kurzfristig, ob sie nach München kommen.
Quellen: "Spiegel", "The Pioneer", Nachrichtenagentur DPA
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