„Drohungen sind unnötig“ – Trumps Ansprüche auf Grönland spalten US-Politik
Randall „Randy“ Adam Fine, langjähriger Abgeordneter des Repräsentantenhauses von Florida, hat sich zuletzt im Wohlwollen des US-Präsidenten Donald Trump gesonnt, der ihn als „MAGA-Krieger“ bezeichnete. Fine, der vor seiner politischen Karriere im Spielkasino-Managment tätig war und sogar eine eigene Kasinoberatungsfirma in Las Vegas gegründet hatte, sitzt seit April 2025 für die Republikaner im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten in Washington. Am Montagabend sorgte Fine in Regierungskreisen für Wirbel, als er einen kontroversen Gesetzesentwurf vorstellte: das „Gesetz zur Annexion Grönlands und zur Verleihung der Staatlichkeit“.
Der „Greenland Annexation and Statehood Act“ soll Trump ermächtigen, Grönland entweder zu annektieren oder anderweitig zu erwerben, Verhandlungen mit dem Königreich Dänemark eingeschlossen. Außerdem sieht es vor, dass dem US-Kongress nach erfolgreicher Annexion ein Bericht vorzulegen sein wird, der darlegt, welche Änderungen im US-Bundesrecht nötig wären, um Grönland zügig zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten zu machen.
„Grönland ist kein entlegener Außenposten, den wir einfach ignorieren können“, kommentierte der Abgeordnete Randy Fine seinen Gesetzesvorstoß. „Wer Grönland kontrolliert, kontrolliert zentrale arktische Schifffahrtsrouten und die Sicherheitsarchitektur, die die Vereinigten Staaten schützt.“
Spätestens seit Dezember 2025 machte Donald Trump immer wieder mit Annexionsplänen Grönlands von sich reden, das mit über zwei Millionen Quadratkilometern ein größeres Gebiet als Alaska ist. Grönland ist die größte Insel der Welt und gehört zu Dänemark. Der US-Präsident will die Insel wegen ihrer wachsenden strategischen Bedeutung nun aber in seinem Besitz wissen.
Präsident Trump und sein Außenminister Marco Rubio argumentierten, dass die Arktis sich zu einem Schauplatz des Ringens um globale Vorherrschaft entwickelt hat. China und Russland würden ihre Präsenz in der Region weiterhin aggressiv ausbauen. Die Wiederherstellung amerikanischer Stärke erfordere deshalb entschlossenes Handeln.
Dabei ist Dänemark, immerhin Verbündeter und Nato-Partner der USA, gar nicht abgeneigt, den Amerikanern eine Nutzung der Insel für militärische Zwecke zu gestatten. Schon jetzt ist US-amerikanisches Militär auf der Insel stationiert. Doch Donald Trump reicht das nicht. In einem Interview mit der „New York Times“ erklärte er, der Besitz Grönlands „ist es, was meiner Ansicht nach psychologisch nötig ist, um Erfolg zu haben“. „Eigentum gibt einem Dinge und Möglichkeiten, die man nicht bekommt, wenn man nur ein Dokument unterschreibt.“
Erst Dienstagmorgen hatte er seine Ambitionen in Richtung Dänemark erneut unterstrichen. „Auf die eine oder die andere Weise werden wir uns Grönland nehmen“, betonte er, auch, wenn er es vorziehe, eine Absprache mit Dänemark zu treffen.
Mit Grönland als 51. Bundesstaat würden die USA 20 Prozent Fläche hinzugewinnen. Die Vereinigten Staaten wüchsen damit zum zweitgrößten Staat der Welt, noch vor Kanada. Einwohner kämen hingegen kaum dazu: Grönland ist mit knapp 60.000 Einwohnern extrem dünn besiedelt.
„Würden unser Nato-Bündnis nur schwächen“
Derweil sorgt Trumps Grönland-Obsession auch in der US-Politik für Unruhe, selbst unter Republikanern. Viele Kongressabgeordnete halten seine aggressiven Vorstöße für eine Destabilisierung des Nato-Bündnisses, die ohne jede Not geschehe. So reist diese Woche eine parteiübergreifende Delegation von US-Abgeordneten nach Dänemark. Die Delegation steht unter der Leitung des demokratischen Senators Chris Coons, doch auch Republikaner sind mit dabei.
Gleichzeitig wurde von den Demokraten ein Gesetzentwurf eingebracht, der Trumps Befugnisse einschränken und seine Pläne gesetzlich blockieren sowie die Finanzierung eines solchen Vorhabens verhindern soll.
Thom Tillis, republikanischer Politiker und Co-Vorsitzender der Nato-Beobachtergruppe des US-Senats erklärte, es sei entscheidend, „dass der Kongress geschlossen hinter der Unterstützung unserer Verbündeten steht und die Souveränität Dänemarks und Grönlands respektiert“. Der demokratische Senator Dick Durbin gab zu Protokoll, Trumps „anhaltende Drohungen gegenüber Grönland“ seien unnötig und „würden unser NATO-Bündnis nur schwächen“.
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