„Diese Linksextremisten, das sind Profis“ – Wegner kündigt nach Blackout Konsequenzen an
Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner von einem „linksextremistischen Terroranschlag auf unsere Infrastruktur“ gesprochen. Der Angriff sei „militant, genau ausspioniert und mit einer kriminellen Energie verübt worden, die ihresgleichen sucht“, sagte er am Mittwochabend in der WELT-TV-Sendung „BURGARD.“.
Zehntausende Menschen mussten über mehrere Tage ohne Strom auskommen, rund 100.000 Berliner waren betroffen. Krankenhäuser mussten Operationen verschieben, Pflegebedürftige evakuiert werden. Eine 83-jährige Frau starb während des Blackouts. Ob ein direkter Zusammenhang bestehe, sei noch offen. „Ob es eine direkte Kausalität zum Stromausfall gibt, kann ich noch nicht sagen. Wir werden die Dame obduzieren“, so Wegner.
Nach Angaben Wegners liegt ein Bekennerschreiben sogenannter „Vulkangruppen“ vor, das von Sicherheitsbehörden als authentisch bewertet werde. „Als das Schreiben da war, war relativ schnell klar, dass es sich um einen linksextremen Terrorangriff handelt. Und das muss man dann auch so benennen“, sagte Wegner. „Der militante Linksextremismus ist offenkundig zurück in Deutschland.“ Die Bundesanwaltschaft habe die Ermittlungen übernommen. „Wir müssen den Druck jetzt richtig hochhalten, damit wir die Täter fassen.“
Zu möglichen Hintermännern äußerte sich Wegner zurückhaltend. Weitere Bewertungen müssten die Ermittlungen und Nachrichtendienste liefern. Zugleich räumte er ein, dass es sich bei den Tätern um Profis handele. „Diese Linksextremisten, das sind Profis“, sagte Wegner und kündigte an: „Wir müssen den Linksextremismus wieder stärker ins Visier nehmen.“
Der Bürgermeister kündigte Konsequenzen an. Berlin habe bereits ein Resilienzprogramm für das Stromnetz beschlossen. „99 Prozent unseres 35.000 Kilometer langen Netzes sind unterirdisch und sicher“, sagte Wegner. Die verbleibenden oberirdischen Abschnitte müssten besser geschützt werden. „Drei Viertel der kritischen Punkte sind bereits videoüberwacht. Das letzte Viertel werden wir schnellstmöglich nachrüsten – auch mit KI-Instrumenten.“
„Angriff zeigt, wie verletzbar wir sind“
Zudem müsse die Transparenz von Netzdaten überprüft werden. „Muss wirklich jeder im Internet sofort sehen können, wo unsere Leitungen verlaufen?“ Auch der Katastrophen- und Krisenschutz solle weiter optimiert werden. Die Krisenstäbe hätten funktioniert, dennoch brauche es „eine schnellere Gesamtsteuerung“.
Mit Blick auf den Bund lobte Wegner die Unterstützung. Der Bundeskanzler sei „vom ersten Tag an im Bilde“ gewesen und habe unbürokratisch geholfen, etwa durch den Einsatz der Bundeswehr. „Das hat den Menschen am Ende des Tages geholfen.“
Trotz internationaler Aufmerksamkeit sieht Wegner vor allem eine Lehre: „Wir müssen unsere kritische Infrastruktur besser schützen. Der Angriff zeigt, wie verletzbar wir sind. Und dass wir handeln müssen.“
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