Innensenatorin Spranger zieht gemischte Silvester-Bilanz – und fordert Feuerwerks-Verbotszonen
Dutzende Böller-Verletzte, Hunderte vorläufige Festnahmen und dutzende malträtierte Einsatzkräfte – und doch ist die Berliner Neujahrsnacht nach Einschätzung der Polizei ruhiger verlaufen als in den vergangenen Jahren. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zogen eine positive Bilanz zum Einsatzkonzept gegen Böllerkrawalle.
„Berlin hat eine ruhigere Silvesternacht erlebt als in den vergangenen Jahren“, erklärte Wegner. Die Pyroverbotszonen hätten sich bewährt ebenso wie die Strategie Prävention, Intervention, Repression. Spranger sagte, das entschiedene Vorgehen gegen illegales Feuerwerk und das konsequente Eingreifen der Polizei in der Nacht hätten sich als richtig erwiesen. „Dennoch haben wir auch diesmal Gewalt und einen unverantwortlichen Umgang mit Feuerwerk erlebt, bei dem Unbeteiligte und Einsatzkräfte zu Schaden kamen.“
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Sprangers vorläufige Bilanz: 420 kurzfristige Festnahmen, 30 verletzte Polizisten im Silvestereinsatz, fünf weitere im Tagdienst. Die Polizei registrierte diesen Angaben zufolge zwischen 18 Uhr und 6 Uhr 2340 Einsätze, die Feuerwehr zwischen 19 und 6 Uhr 1830.
Ziel: Nächstes Mal soll niemand zu Schaden kommen
Trotz des etwas ruhigeren Verlaufs ist die politische Grundsatzdebatte nicht vorbei. Spranger stellte klar: „Mein klares Ziel ist, dass beim nächsten Jahreswechsel niemand zu Schaden kommt.“ Instrument soll demnach eine „Länderöffnungsklausel im Sprengstoffrecht“ sein. So könne Berlin selbst entscheiden, „wo wir Feuerwerksverbote erlassen und Pyroerlaubniszonen genehmigen“. Spranger forderte den Bund auf, den Weg dafür freizumachen.
Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, erklärte, Polizei und Feuerwehr hätten nur mit viel Personaleinsatz „Auswüchse des Silvesterwahnsinns“ abgemildert. Die GdP beharrt auf der Forderung nach einem Verbot privaten Feuerwerks.
Dafür warben auch die Grünen Werner Graf und Bettina Jarasch. „Dieser alljährliche Ausnahmezustand ist kein Naturgesetz“, erklärten sie gemeinsam. „Sicherheit auch an Silvester ist eine politische Aufgabe.“
Schwerste Böllerverletzungen
Berliner Krankenhäuser mussten zahlreiche Personen, darunter mindestens acht Kinder, mit teilweise schwersten Böllerverletzungen unter anderem an Händen und Augen sowie mit Verbrennungen behandeln. Der Senat hatte mehrere „Pyroverbotszonen“ ausgewiesen. Die Polizei hatte bis zuletzt illegale Pyrotechnik, darunter gefährliche Sprengstoffe wie Kugelbomben und Raketen, beschlagnahmt.
Laut Senatsinnenverwaltung waren rund 3200 Polizisten zum Jahreswechsel im „Silvester-Einsatz“, darunter Unterstützungskräfte des Bundes und anderer Länder. Die Berliner Feuerwehr war mit rund 1600 Rettungs- und Einsatzkräften im Dienst, darunter mehr als 500 ehrenamtliche Männer und Frauen.
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