Der Zentralrat der Juden in Deutschland beklagt eine weiterhin sehr angespannte Situation für Juden im Land und eine hohe Zahl antisemitischer Vorfälle und Straftaten. „Der nach dem 7. Oktober 2023 explosionsartig angewachsene Antisemitismus stellt unverändert eine akute Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland dar“, sagte Präsident Josef Schuster bei der Ratsversammlung am Sonntag in Frankfurt. Von einer Rückkehr in die Normalität sei man auch nach dem Waffenstillstand in Gaza weit entfernt.

Beim Treffen der 90 Delegierten aus den 23 Landesverbänden und Groß-Gemeinden ging es um die Arbeit und die Lage der mehr als 100 jüdischen Gemeinden in Deutschland. Gäste waren unter anderem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Israels Botschafter Ron Prosor.

Weimer lobte die neue Gedenkstättenkonzeption und den am Montag anstehenden Start der Schiedsgerichtsbarkeit zu NS-Raubgut, in die der Zentralrat eng involviert gewesen sei. Die Regierung wolle damit ein klares „Stoppschild gegen Relativierung und Verharmlosung“ setzen: „Der Bundesregierung und mir persönlich ist es nicht nur Pflicht, sondern tiefstes Bedürfnis, heutiges jüdisches Leben zu stärken und zu schützen.“

Prosor mahnte angesichts der aktuellen Herausforderungen: „Schon die Sowjets haben Zionisten gesagt und Juden gemeint, heute beobachten wir dasselbe Muster wieder. Wenn wir gegen dieses Muster, den Antisemitismus als Antizionismus zu tarnen, heute nicht vorgehen, werden wir morgen die bitteren Konsequenzen spüren.“

Die Ratsversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des Zentralrats der Juden in Deutschland und tagt einmal im Jahr. Sie verabschiedet den Haushalt und überwacht die Arbeit des Präsidiums.

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