Mit dieser Ernährungsweise beeinflussen Männer ihren Testosteronspiegel
Testosteron steuert weit mehr als den Sexualtrieb beim Mann. Ein optimaler Testosteronspiegel sichert die körperliche Leistungsfähigkeit. Er unterstützt das Muskelwachstum, erhält starke Knochen und stärkt die mentale Durchsetzungskraft.
Forscher der Universität Ostfinnland haben nun herausgefunden, dass eine bestimmte Ernährungsweise den Testosteronspiegel beim Mann beeinflussen kann. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin „International Journal of Food Sciences and Nutrition“ veröffentlicht.
An der Studie nahmen etwa 2500 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren teil, die in Ostfinnland lebten. Ihre Ernährung wurde fünf Jahre lang anhand von viertägigen Ernährungsprotokollen erfasst, und die Konzentrationen von Gesamt-Testosteron und Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) wurden in Blutproben gemessen. SHBG beeinflusst die Gesamt-Testosteronkonzentration im Blut. Je mehr nachweisbar ist, desto weniger Testosteron kann aktiv wirken.
Bereits in den vergangenen Jahren belegten Forscher, dass sich eine zu proteinreiche Ernährung negativ auf den Testosteronspiegel auswirkt. Diese Untersuchung jedoch prüfte, wie sich verschiedene Proteinquellen auf die Hormonkonzentrationen auswirken.
Diejenigen, die am meisten tierisches Protein zu sich nahmen, wiesen im Durchschnitt um 1,2 nmol/l niedrigere Gesamt-Testosteronkonzentrationen auf als Männer mit geringerer Proteinzufuhr aus tierischen Quellen.
Für pflanzliches Protein zeigte sich ein umgekehrter Zusammenhang: Hier hatten diejenigen, die viel davon aßen, ein um 1,1 nmol/l höheres Gesamttestosteron als diejenigen, die weniger zu sich genommen hatten. Zu den in der Studie erwähnten pflanzlichen Proteinquellen gehören Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Beeren und Pilze – aber auch Getreideprodukte wie Haferflocken.
Zum Vergleich: Bei Männern ab 18 Jahren liegt eine normale Gesamtkonzentration bei 12,0 bis 35,0 nmol/l.
Zudem zeigt die Analyse, dass viel Milchprotein, besonders aus fermentierten Produkten wie Joghurt oder Sauermilch, mit niedrigerem Gesamt-Testosteron einherging. „Obwohl die beobachteten Unterschiede in den Testosteronkonzentrationen statistisch signifikant waren, fielen sie relativ gering aus. Auf Grundlage dieser Studie lässt sich nicht ableiten, ob diese Unterschiede gesundheitliche Auswirkungen haben“, wird Miika Wynne-Ellis in einer Mitteilung zitiert.
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