Er ist kaum zwei bis vier Millimeter groß. Und doch zählt er zu den häufigsten – und wegen seiner Genügsamkeit hartnäckigsten – Vorratsschädlingen in unseren Haushalten.

Im Gegensatz zu Stinkwanzen riecht der Käfer (Stegobium paniceum) zwar nicht direkt übel. Seine Larven verunreinigen jedoch befallene Lebensmittel mit Kot, feinen Gespinsten und Fraßmehl. Zudem frisst der Schädling fast alles: Mehl, Gewürze – sogar Chili –, Leder, Bilder und Bucheinbände.

Der Brotkäfer verbreitet sich hauptsächlich in den warmen Sommermonaten. Ursprünglich stammt er aus den trockenen Regionen Afrikas und benötigt für eine schnelle Entwicklung hohe Temperaturen.

Im Sommer kann der Brotkäfer leicht durch Fenster in Wohnräume eindringen. Doch fühlt er sich auch im Winter wohl. Bei 25 Grad Raumtemperatur bieten beheizte Wohnungen ideale Umgebungen, in denen sich der Käfer auch das ganze Jahr über vermehrt – meist im Verborgenen, oft unbemerkt eingeschleppt über bereits befallene Einkäufe.

Brotkäfer sind winzig und fallen meist nicht auf. Da sie gut fliegen können, kommen sie fast überall schnell hin. Licht zieht sie an. Jedes Weibchen legt seine etwa einhundert Eier entweder einzeln verteilt oder in Gruppen zwischen Lebensmitteln ab. Bei geeigneten Bedingungen kann der Brotkäfer mehrere Generationen pro Jahr mit jeweils bis zu hundert Nachkommen ausbilden.

Brotkäfer und Larve in Weißbrot

Die aus den Eiern schlüpfenden Junglarven haben es in sich. Sie sind etwas größer als der ausgewachsene Käfer und erreichen etwa fünf Millimeter. Sie sind besonders wendig und können durch feine Ritzen und Falten eindringen, auch in Karton- und Folienverpackungen, wo sie durch Klebe- und Schweißstellen hindurchkommen.

Für die Verpuppung nach zwei bis drei Monaten bohren sich die Larven gern in feste Gegenstände wie Pressspan, Trockenbauwände, Styropor oder feste Lebensmittel. Bis dahin fressen sie fast alles, solange es nur trocken ist. Dazu gehören Getreideprodukte, Salzteig, Schokolade, Kaffee, Tee, Zucker, Tabak, Suppenwürfel, Hundekuchen, Fleisch- und Fischmehl. Sogar vor Tapetenkleister machen die Würmchen nicht halt.

Larvenhäute und tote Käfer an Paprikapulver

Nach etwa zwei Wochen Verpuppungszeit schlüpfen die Käfer aus ihren Fraßlöchern. Die ausgewachsenen Käfer nehmen keine Nahrung mehr zu sich.

Herumlaufende Brotkäfer können mit dem Staubsauger eingesaugt werden. Der entscheidende Trick: Bis zur nächsten Nutzung sollten Staubsaugerbeutel im Gefrierschrank gelagert werden. Das tötet die Käfer ab und verhindert, dass sie gleich wieder aus dem Beutel klettern.

Brotkäfer legen ihre Eier überall dort hin, wo es trocken ist und Kohlenhydrate vorliegen. Hier: zwischen Koriandersamen

Um das Ungeziefer dauerhaft loszuwerden, muss man jedoch an der Quelle ansetzen. Entwicklungsherde finden sich meist in Lebensmitteln, teilweise aber auch in anderen Stoffen, wie trockenem Rattenkot. Hauptsache, das Material enthält Kohlenhydrate. Essensvorräte, die einmal befallen wurden, sollten entsorgt werden.

Achtung: Wer Lebensmittel mit Larven oder Käfern einfach in den Mülleimer wirft, ohne weitere Vorkehrungen zu treffen, wird bald mit einem erneuten Ausbruch in der Wohnung rechnen müssen. Eier, Larven und Puppen sollten deshalb zuerst getötet werden. Dafür bieten sich zwei effektive Methoden an:

Einige Tage im Gefrierschrank lassen den Befall erfrieren – allerdings erst ab minus 18 Grad Celsius. Auch Wasser am Siedepunkt ist ein effektiver Ungezieferbeseitiger. Nudeln, Nüsse oder andere feste Nahrungsmittel können einige Minuten gekocht werden.

Um einen erneuten Befall zu verhindern, sollten Nahrungsmittel in luftdichten Behältern gelagert werden. Eine einfache Plastikdose genügt dafür nicht, denn die Larven des Brotkäfers kommen durch fast jede Ritze. Besser sind Einmachgläser mit Schnappverschluss und Gummidichtung.

Der Brotkäfer ist leicht mit anderen Schädlingen zu verwechseln, etwa mit dem Holz- oder Teppichkäfer. Eine genaue Bestimmung erfordert meist eine mikroskopische Untersuchung durch Profis.

Als klassischer Bücherwurm ist der Brotkäfer auch Albtraum von Museen und Bibliotheken. Bei Befall wird dort unter anderem auf Arten der Familie der Schlupfwespen gesetzt. Diese befallen die Eier und Larven der Käfer und nutzen diese als Wirte für ihren eigenen Nachwuchs.

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