Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst dann entdeckt, wenn sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Genau das macht Pankreaskrebs so tödlich. Ein neuer Bluttest soll helfen, den Krebs deutlich früher aufzuspüren.

Ein internationales Team unter Leitung des Krebszentrums City of Hope hat dafür den Bluttest „Panxeon“ entwickelt. In einer Studie mit fast 1800 Teilnehmern aus den USA, Europa und Asien konnte der Test Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1 und 2 in knapp 87 Prozent der Fälle nachweisen. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin „Nature Medicine“ erschienen.

„Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nach wie vor so tödlich, weil er oft erst dann diagnostiziert wird, wenn sich das Zeitfenster für eine Heilung bereits zu schließen beginnt“, wird Studienautor Ajay Goel zitiert.

Doch wie kann ein einfacher Bluttest erkennen, was sonst übersehen wird? Der neue Bluttest misst drei bestimmte Marker im Blut: frei zirkulierende microRNAs, microRNAs aus sogenannten Exosomen und das Protein CA19‑9. Zusammengerechnet ergeben alle drei Werte einen Risikoscore.

„Die meisten Biomarker liefern nur einen Teil der Geschichte. Die Kombination mehrerer biologischer Signale ermöglicht uns ein klareres Bild davon, was in der Bauchspeicheldrüse vor sich geht“, sagt Goel.

Der Test erkannte nicht nur frühe Tumore, sondern auch auffällige Zellveränderungen, die als Krebsvorstufe gelten. Solche hochgradigen Dysplasien konnte er in mehr als 64 Prozent identifizieren. Das könnte vor allem bei Menschen mit bestimmten Zysten der Bauchspeicheldrüse helfen.

Doch der Test arbeitet nicht fehlerfrei. In Gruppen mit niedrigem Risiko schlug er bei rund drei Prozent fälschlicherweise an. Bei Hochrisikogruppen deutlich häufiger. Die Forscher sehen Panxeon aktuell daher noch nicht als Ersatz für bildgebende Verfahren, sondern eher als zusätzliches Werkzeug, um Menschen mit erhöhtem Risiko gezielter weiter zu untersuchen.

Ob der Test am Ende tatsächlich dazu führt, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs früher behandelt wird und sich dadurch die Überlebenschancen verbessern, müssen weitere Studien zeigen. Der Ansatz zielt aber auf eines der größten Probleme dieser Krebsart ab: Sie so früh zu erkennen, dass noch mehr Behandlungsoptionen offenstehen.

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