Was hilft Ihnen, dem Tod mit weniger Angst zu begegnen?
Endlich gibt es keine heißen Sonnentage mehr, die einen dazu drängen, Ausflüge zu machen, statt sich um den Haushalt zu kümmern. Endlich kann man wieder gezielt ins Fitnessstudio gehen, Serien schauen und vor allem früh schlafen. Hallo, Herbst.
Am 23. September beginnt er astronomisch: Für einen kurzen Moment sind Tag und Nacht ungefähr gleich lang, danach gewinnt die Dunkelheit jeden Tag ein wenig mehr Raum. Die Sonne steht tiefer, die Blätter verfärben sich und fallen irgendwann ab. Biologen sprechen nüchtern vom Ende der Vegetationszeit.
Damit ist nicht gemeint, dass man gemütlich am Sonntag beim Bingewatching auf der Couch vor sich hinvegetieren darf. Na gut, vielleicht etwas. Aber wohl kaum eine Jahreszeit führt uns so selbstverständlich vor Augen, dass alles, was lebt, irgendwann vergeht. Manchmal scheint das Leben schneller an uns vorbeizuziehen als dieser Sommer.
Vielleicht ist es deshalb kein Zufall, dass die kommenden Monate – also der Übergang von Spätsommer zu Frühwinter – voller Tage sind, an denen wir der Verstorbenen gedenken: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag. Tag der Deutschen Einheit, der sich in diesen politisch schwierigen Zeiten manchmal nicht mehr so vereint anfühlt.
Der November ist der Monat, in dem selbst eine Gesellschaft, die den Tod im Alltag gern möglichst weit wegschiebt, plötzlich Kerzen anzündet, Friedhöfe besucht und sich an Menschen erinnert, die fehlen. Ganz unabhängig davon, wann sie von uns gegangen sind. Man muss Lichtblicke schaffen, Hoffnung zelebrieren.
Genau mit solchen Fragen beschäftigen sich unsere Kollegen Sophia Häglsperger und Klemens Handke in einem neuen sechsteiligen Storytelling-Podcast. Sie treffen in „Warum hast du keine Angst vor dem Tod?“ Menschen, die dem Tod besonders nah sind – beruflich oder biografisch – und die sagen, dass sie keine Angst vor ihm haben. Aber warum? Was nimmt dem Tod seinen Schrecken?
Die Recherche führt die beiden in die Anatomie und ins Hospiz, zu Bestatterinnen und Palliativmedizinern, zu Menschen mit Suizidwunsch und Körperspendern. Sie sprechen mit einem Menschen, der ein Nahtoderlebnis hatte, und mit jemandem, der versucht, sich mithilfe künstlicher Intelligenz unsterblich zu machen.
Es geht meinen Kollegen dabei nicht darum, den Tod schönzureden. Sondern darum, herauszufinden, ob Menschen, die ihm näher gekommen sind als die meisten von uns, etwas anders über ihn – und vielleicht auch über das Leben – denken.
Sophia jedenfalls erzählte mir nach dieser Recherche: „Ich weiß heute so viel mehr über das Sterben und den Tod. Und kann sagen: Das hat meine Angst kleiner werden lassen.“ Das finde ich einen tröstlichen Gedanken: Wer sich mit dem Tod beschäftigt, muss dadurch nicht ängstlicher werden. Vielleicht passiert sogar das Gegenteil.
Hier finden Sie alle Begleitinformationen zum Podcast „Warum hast du keine Angst vor dem Tod?“. Unter anderem ein Video-Q&A mit einem Palliativmediziner und einen Artikel zur Frage, wie Nahtoderfahrungen im Gehirn entstehen könnten.
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