Mit der Zeit lagern sich Fette, Kalk und andere Stoffe in den Gefäßen ab. Als Folge werden Gefäßwände dicker und unelastischer. Nicht selten steigt dadurch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Diagnose lautet dann: Atherosklerose.

Forscher zeigen jetzt, dass die Veränderungen vermehrt schon bei Menschen unter 30 auftreten. Die Studie wurde im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Das Forschungsteam schaute sich dafür 16.808 Erwachsene zwischen 18 und 70 Jahren aus Spanien und Dänemark an. In Ultraschalluntersuchungen und CT suchten die Wissenschaftler nach Ablagerungen in den Hals-, Bein- und Herzkranzgefäßen. Keine der Personen hatte zuvor eine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Bei insgesamt 57 Prozent fanden sie stille Atherosklerose in mindestens einem der untersuchten Gefäßbereiche. Das Spannende: Selbst unter den 18- bis 29-Jährigen waren 8,7 Prozent der Männer und 6,7 Prozent der Frauen betroffen. Bei den 30- bis 39-Jährigen stieg der Anteil bereits auf 34,6 Prozent der Männer und 21,3 Prozent der Frauen.

Mit dem Alter nahmen die Ablagerungen nicht nur zu, sie wurden auch umfangreicher. Bei jüngeren Teilnehmern war meist nur ein Gefäßbereich betroffen, später häufiger mehrere gleichzeitig.

Es zeigte sich außerdem: Bei Männern nahm die Atherosklerose früher zu. Bei ihnen entwickelte sich das typische Muster etwa fünf bis zehn Jahre früher als bei Frauen. Bei Frauen stieg die Häufigkeit besonders zwischen 40 und 60 Jahren deutlich an. Dieser Zeitraum überschneidet sich mit der Menopause.

Warum sich die Ablagerungen bei manchen schon so früh entwickeln, kann die Studie nicht abschließend beantworten. Betroffene wiesen aber häufiger klassische Risikofaktoren auf, etwa hohen Blutdruck, ungünstige Blutfette und Rauchen. Entscheidend sei laut den Forschern vermutlich auch, wie lange der Körper den Belastungen ausgesetzt ist.

Eine frühe Erkennung ist für die Betroffenen entscheidend, um rechtzeitig gegenzusteuern und Schlimmeres zu verhindern. Doch gerade hier schienen die klassischen Risikorechner zu scheitern – sie erkannten die Veränderungen nicht.

Hinzu kommt: Da das Alter bei den Berechnungen als wichtiger Faktor einfließt, wurden jüngere Menschen als weniger gefährdet angesehen. Erst die Bildgebung brachte dann Klarheit über die bestehenden Ablagerungen.

Die Studie hat allerdings Grenzen. Sie vergleicht verschiedene Altersgruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, wie schnell sich die Atherosklerose bei einzelnen Menschen entwickelt.

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