„Jüngere Patienten wiesen besondere Tumoreigenschaften auf“
Darmkrebs gilt als Erkrankung von älteren Menschen. Doch mittlerweile leiden zunehmend junge Menschen daran. Die Ursachen dafür sind bislang noch nicht bekannt.
Forscher der Flinders-Universität in Australien untersuchten kürzlich, inwieweit sich der Darmkrebs bei jüngeren Menschen von dem älterer Menschen unterscheidet. Die Studie wurde im Fachmagazin „Medical Journal of Australia“ veröffentlicht.
Für die Analyse untersuchte das Team rund 1700 Darmkrebs-Patienten. Die Tumore der Patienten hatten sich zum Zeitpunkt der Untersuchungen bereits auf die Leber ausgebreitet. Sie verglichen dann die Patienten, bei denen Darmkrebs im Alter von 50 Jahren oder jünger diagnostiziert wurde, mit solchen, bei denen die Diagnose nach dem 50. Lebensjahr gestellt wurde. Sie versuchten so, das Krankheitsverhalten und die Einflussfaktoren auf den Verlauf besser zu verstehen.
„Unsere Studie legt nahe, dass jüngere Patienten besondere Tumoreigenschaften aufweisen, die bei der Entscheidung über die Behandlung berücksichtigt werden sollten“, wird Savio Barreto in einer Mitteilung zitiert. Er forscht an der Flinders University.
Die Studie ergab, dass die jüngeren Patienten häufiger weiblich sind. Zudem weisen die Patientinnen häufiger Tumore auf der linken Seite des Darms auf, die eine bestimmte genetische Mutation tragen. Diese jüngeren Patientinnen lebten länger als ältere Patientinnen, nachdem der Krebs in der Leber metastasiert hatte.
Die Forscher stellten außerdem fest, dass bestimmte genetische Mutationen, bekannt als BRAF und KRAS, mit schlechteren Behandlungsergebnissen in beiden Altersgruppen verbunden waren. Somit seien Gentests für das Verständnis von Krebserkrankungen umso wichtiger.
Patienten, die sich einer Operation zur Entfernung von Lebertumoren unterzogen hatten und anschließend medikamentös behandelt wurden, hatten im Allgemeinen bessere Ergebnisse erzielt als Patienten, die andere Behandlungsansätze erhielten.
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