„Am häufigsten wurden isolierte Körperteile wie Hände und Füße gefunden“
Weltweit nimmt der Handel mit mumifizierten menschlichen Überresten zu. Auch private Sammler kaufen oder verkaufen im Internet die seltenen, konservierten Körper.
Jedoch bleibt dabei oft unbemerkt, dass die mumifizierten Überreste gefährlich für Menschen sind, die mit den Leichen in Kontakt kommen. Forscher veröffentlichten kürzlich einen Artikel dazu im Fachmagazin „International Journal of Cultural Property“.
Für die Studie wertete das Forschungsteam 128 Online-Angebote aus. Darin zeigte sich, dass die Verkäufer keinerlei Sicherheitshinweise auf die Verwesung der menschlichen Überreste notierten.
„Am häufigsten wurden isolierte Körperteile wie Hände und Füße gefunden, gefolgt von ganzen mumifizierten Köpfen“, schreiben die Autoren in der Studie. „Über die Hälfte der Stichprobe (51,6 Prozent) bestand aus Köpfen in unterschiedlichen Erhaltungszuständen, darunter ganze oder teilweise mumifizierte Köpfe, Schädel mit Weichteilgewebe oder Haaren sowie Tsantsas, sogenannte Schrumpfköpfe des Shuar-Volkes im nördlichen Peru/östlichen Ecuador.“
„Einige der hochgeladenen Bilder zeigen mumifizierte Überreste, die sich nicht in Schutzbehältern befinden, sondern der Umgebungsluft ausgesetzt sind, zum Beispiel in einem Zimmer einer Wohnung, was wirklich gefährlich sein könnte“, wird Kirsty Squires vom britischen „Guardian“ zitiert, der zuerst darüber berichtete.
Und weiter: „Wir stießen auch auf Bilder von stark verwesten Überresten, die einfach auf einem Ständer ohne Glasabdeckung lagen. Es sah nicht so aus, als ob die Temperatur kontrolliert und die für menschliche Überreste erforderlichen geeigneten Lagerbedingungen eingehalten worden wären.“
Das Problem: Auch nach Jahrhunderten können mumifizierte Körperteile Mikroorganismen enthalten. Werden sie bewegt, können etwa Pilzsporen in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Besonders gefährlich können Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus sein.
Beim Öffnen des Grabes von Kasimir IV. im polnischen Krakau starben in den 1970er-Jahren zehn von zwölf beteiligten Restaurierungswissenschaftlern – möglicherweise infolge einer Aspergillus-Infektion. Zu den Symptomen gehören Husten, Atemnot und Brustschmerzen.
Hinzu kommen giftige Stoffe, die früher zur Konservierung verwendet wurden. Dazu zählen Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Blei. Gefährdet sind nicht nur Käufer und Verkäufer. Auch Beschäftigte von Paketdiensten, in Lagern, an Transportzentren und beim Zoll können mit den Überresten in Kontakt kommen – häufig ohne geeignete Schutzkleidung.
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