„Der Schweregrad dieses Ausbruchs ist beispiellos“ – Behörde geht Verdacht auf Ebola-Mutation nach
Angesichts der rasanten Ausbreitung der Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo wollen die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC und die Weltgesundheitsorganisation WHO überprüfen, ob es möglicherweise eine Mutation des Virus gibt.
„Der Schweregrad dieses Bundibugyo-Ausbruchs ist beispiellos“, sagte Jean Kaseya, Generaldirektor von CDC Afrika in seinem wöchentlichen Briefing. „Wir leiten einige Untersuchungen ein, um zu verstehen, ob es eine Mutation gab. Wir müssen das abklären, um zu wissen, wie wir damit umgehen können.“
„Dieser Ausbruch übersteigt unsere Möglichkeiten“
Man müsse mittlerweile von 4000 Fällen ausgehen, sagte Kaseya und verwies darauf, dass die aktuelle Zahl von mehr als 3900 bestätigten Fällen vom Vortag stamme. Damit sei diese Zahl mehr als achtmal höher als beim westafrikanischen Ebola-Ausbruch 2014, dem bisher schwersten auf dem Kontinent. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum sei mehr als sechsmal so hoch.
Der Ceca-20 Friedhof mit Ebola-Opfern in der Demokratischen Republik Kongo„Wir bauen die Kapazitäten aus, aber dieser Ausbruch übersteigt unsere Möglichkeiten“, sagte Kaseya. Zwar würden neue Labore und neue Behandlungszentren gebaut, „aber wenn wir diesen Ausbruch nicht auf Gemeindeebene stoppen, hat das keinerlei Bedeutung“.
Nach einem Treffen mit dem kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi verkündete Kaseya auf X: „Seine Vorgabe ist eindeutig und markiert einen entscheidenden Kurswechsel: Die Reaktion auf den Ausbruch muss für jedes einzelne Dorf individuell bewertet und angepasst werden.“ 420 Millionen US-Dollar seien dafür bereits mobilisiert worden.
Unterdessen haben am Donnerstag Dutzende Mitarbeiter im Gesundheitswesen der Demokratischen Republik Kongo zeitweise die Arbeit niedergelegt. Sie verließen mehrere Gesundheitseinrichtungen, forderten eine Zahlung ihrer Gehälter und zogen vor das Büro des Gouverneurs in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri.
Auf die Region entfallen fast 90 Prozent aller bestätigten Ebola-Fälle des Landes. Die Protestierenden erklärten, sie hätten seit der öffentlichen Bestätigung des Ausbruchs Mitte Mai weder Gehälter noch Bonuszahlungen für ihren Einsatz im Kampf gegen Ebola erhalten. Schon im Juli hatte es ähnliche Proteste gegeben.
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