Archäologen haben im Süden Ägyptens eine 3000 Jahre alte Grabstätte freigelegt. Das Grab, das einem Mann namens Paser zugeschrieben wird, wurde von Experten der niederländischen Universität Leiden in der Nekropole von Scheich Abd el-Kurna am Westufer Luxors entdeckt, wie das ägyptische Tourismus- und Antikenministerium mitteilte.

Sie gingen anhand des künstlerischen Stils der Inschriften davon aus, dass das Grab aus der Ramessidenzeit stammt. Das östlich einer bereits bekannten Bestattungsstätte gelegene Grab folgt demnach dem traditionellen Aufbau der sogenannten thebanischen Gräber aus dem Neuen Reich (1570–1069 v. Chr.).

Es besteht aus einem offenen Hof, der zu einer in den Fels gehauenen Kapelle in Form eines umgekehrten „T“ führt. Darunter befinden sich unterirdisch angelegte Grabkammern.

Sockel und Nische für die Stele, eine aufrecht stehende Steinplatte, die als Grabmal dienteDie Forscher entdeckten Wandmalereien innerhalb des Grabes

Im Hof fanden die Archäologen den Angaben zufolge mehrere gut erhaltene Bauelemente, darunter eine Lehmziegelbank zum Aufstellen einer Totenstele und eine Treppe, die von Rampen flankiert zum Eingang führt.

Im Inneren zeigten Inschriften mit Pasers Namen ihn beim Verehren verschiedener Gottheiten in Schreinen sowie gemeinsam mit seiner Frau sitzend vor einem Opfertisch. Scheich Abd el-Kurna ist Teil der weitläufigen thebanischen Nekropole, die Hunderte von Gräbern von Adligen, Beamten, Priestern und anderen hochrangigen Mitgliedern der Gesellschaft beherbergt.

Carina van den Hoven leitete die Ausgrabung der Grabstätte. Sie ist Ägyptologin am Niederländischen Institut für den Nahen Osten der Universität Leiden. „Angesichts der Lage sowie der Architektur und Ausstattung des Grabes gehörte Paser wahrscheinlich zur thebanischen Elite oder zum Adel des Neuen Reiches. Er könnte etwa ein Regierungsbeamter oder Priester gewesen sein“, erklärt die Forscherin. Nun stünden weitere Arbeiten an dem Grab bevor.

Das Team wird nach und nach die Wandverzierungen und die Bestattungsüberreste untersuchen und analysieren. Das Ziel der Forscher sei es, mehr über die Identität und die Lebensgeschichten der hier bestatteten Personen zu erfahren.

Doch wo befinden sich die sterblichen Überreste des Mannes, dem diese Grabstätte gewidmet war? „Derzeit wissen wir es nicht“, sagt van den Hoven. „Noch haben wir die unterirdischen Grabkammern des Grabes nicht freigelegt. Daran werden wir bald arbeiten“, sagt die Ägyptologin.

Ägypten präsentiert regelmäßig spektakuläre Funde. Erst vor wenigen Tagen hatten Archäologen an der Stätte Marina el‑Alamein westlich von Alexandria 18 teils noch intakte Gräber und zahlreiche Beigaben freigelegt. Die Experten bargen unter anderem 24 Goldstücke, die nach Angaben des Tourismus- und Antikenministeriums als Bestattungsritual in die Münder der Verstorbenen gelegt worden waren.

Die Behörden hoffen, mit den Entdeckungen den seit Jahren angeschlagenen Tourismus wieder anzukurbeln, der für das Land eine wichtige Einnahmequelle ist. Das in Oberägypten gelegene Luxor beherbergt einige der bedeutendsten antiken Monumente und archäologischen Stätten der Welt.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke