Es ist eine Nachricht, die betroffen macht. In England ist ein 24 Jahre alter Mann an Demenz gestorben. Bei Andre Yarham aus Dereham (Norfolk) war kurz vor seinem 23. Geburtstag eine frontotemporale Demenz infolge einer Proteinmutation diagnostiziert worden. Sein Gehirn wurde für Forschungszwecke an das Addenbrooke’s Hospital in Cambridge übergeben, um die Krankheit besser zu erforschen.

Yarham starb Ende Dezember im Priscilla Bacon Lodge Hospice in Norwich. Seine Mutter Samantha Fairbairn sagte, sie hoffe, dass durch die Organspende mehr über diese „grausamste“ aller Krankheiten herausgefunden werden könne. „Wenn das in Zukunft auch nur einer Familie ein paar Jahre mehr mit ihrem geliebten Menschen schenkt, dann wäre es das wert“, wird sie von der „BBC“ zitiert.

Im November 2022 bemerkte Fairbairn erste Verhaltensänderungen bei ihrem Sohn. „Er ging eines Tages in die Stadt, um etwas zu besorgen, oder sollte eigentlich in den Laden gehen – und entschied sich stattdessen, einfach den Bus zu nehmen“, berichtete sie. Auf Fragen antwortete Yarham oft nur noch mit kurzen Sätzen.

Untersuchungen am Norfolk and Norwich University Hospital zeigten eine ungewöhnliche Schrumpfung von Yarhams Gehirn. Die endgültige Diagnose erfolgte später am Addenbrooke’s Hospital. Nach der MRT-Untersuchung sprach ein Neurologe von einem „Gehirn eines 70-Jährigen“. Sie habe „eine ganze Bandbreite an Gefühlen gespürt – von Wut bis Traurigkeit, vor allem Traurigkeit um ihn“, so Fairbairn.

Nach Angaben der Organisation „Dementia UK“ ist die frontotemporale Demenz eine seltene Erkrankung und betrifft nur etwa eine von 20 Personen mit einer Demenzdiagnose. Schätzungsweise etwa 50.000 Menschen in England leben mit früh einsetzender Demenz, bei der die typischen Symptome vor dem 65. Lebensjahr auftreten, in Deutschland sind es schätzungsweise 20.000 bis 24.000 Patienten.

Trotz des Fortschreitens der Krankheit blieb ein Teil von Yarhams Wesen lange erhalten. „Eines hat die Krankheit bis ganz zum Schluss nicht genommen: seine Persönlichkeit, seinen Humor, sein Lachen und sein Lächeln“, betonte seine Mutter. Einen Monat vor seinem Tod verlor er jedoch die Fähigkeit zu sprechen und gab nur noch Laute von sich. „Man konnte ihn aber noch lachen hören“, so Fairbairn.

Bis kurz vor dem Einzug in ein Pflegeheim sei ihr Sohn noch spazieren gegangen. „Er ging im September vergangenen Jahres selbst in das Pflegeheim – sehr langsam, aber er ging. Und innerhalb von etwas mehr als einem Monat saß er im Rollstuhl“, schilderte sie den rapiden Krankheitsverlauf. „Demenz ist eine grausame, grausame Krankheit. Und ich würde sie niemandem wünschen.“

Mit ihrer öffentlichen Schilderung wolle sie auch aufklären: „Die Menschen müssen wissen, dass Demenz kein Alter kennt“, sagte Fairbairn. „Er muss einer der Jüngsten gewesen sein.“ Nach Angaben von „Dementia UK“ hat die frontotemporale Demenz häufig einen genetischen Hintergrund, sodass auch Angehörige betroffen sein können. Ein Gentest könne Aufschluss darüber geben, ob ein Risiko besteht.

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