Und dann verdirbt die Hitze auch noch die gute Laune
Als wäre es nicht schon genug, dass der Klimawandel die Menschen körperlich herausfordert. Nun zeigt ein internationales Team am Massachusetts Institute of Technology in den USA, dass steigende Temperaturen auch noch die Laune verderben. Für ihre Studie, die im Fachmagazin „One Earth“ erschien, werteten die Forscher 1,2 Milliarden Beiträge aus den sozialen Netzwerken X und Weibo aus, die im Jahr 2019 gepostet wurden. Dafür wurden Texte aus 157 Ländern und in 65 verschiedenen Sprachen analysiert.
Jeder Social-Media-Post erhielt eine Stimmungsbewertung, wobei die Skala von 0,0 für sehr negativ bis 1,0 für sehr positiv reichte. Anschließend wurden die Beiträge geografischen Orten zugeordnet und mit dem Wetter der jeweiligen Region korreliert. Dabei zeigte sich: Je höher die Temperaturen waren, desto negativer waren die geäußerten Gefühle.
Auffällig waren dabei die regionalen Unterschiede: In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen war der Einfluss von extremer Hitze auf die Stimmung der Menschen demnach dreimal so stark wie in wohlhabenderen Ländern.
Über alle Kontinente und Kulturen hinweg beeinflusst der Klimawandel also offensichtlich das Wohlbefinden der Menschen. Die Forscher appellieren daher an Regierungen, bei Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel auch emotionale Aspekte zu berücksichtigen.
Wobei die Erhebung natürlich nicht repräsentativ ist. Gerade jene Altersgruppen, die unter heißem Wetter besonders leiden dürften – nämlich Kinder und alte Menschen – äußern sich in soziale Medien kaum.
Doch der Einfluss hoher Temperaturen auf den Menschen beschränkt sich bei Weitem nicht auf die Stimmungslage. Forscher der Universität von Maryland bringen jetzt extreme Hitze und langandauernde Dürren sogar in einen Zusammenhang mit der Zunahme von häuslicher Gewalt.
Für ihre Studie, die im Fachmagazin „Journal of the American Medical Association“ (Jama) erschienen ist, haben die Forscher die Angaben von knapp 500.000 Frauen in 42 Ländern ausgewertet. Die menschliche Gesellschaft, so heißt es in dem Beitrag, erlebe derzeit den Klimawandel und die dadurch verursachten Ereignisse mit beispielloser Häufigkeit und Intensität.
Grund genug, bei den möglichen Folgen der Klimaveränderungen noch einmal genauer hinzuschauen.
Claudia Ehrenstein ist nach Stationen in der Innen- und Außenpolitik seit Juli 2025 wieder Redakteurin im Ressort Wissen und Gesundheit.
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